Forum Software, Prozesse & Konstruktion II

MITTWOCH, 23. Juni 2021

Ort: CongressCenter, 2. OG, Christian Reichart

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08:30 - 09:00
Check-In
09:00 - 09:45

Die Luft- und Raumfahrtindustrie ist geprägt von kleinen Stückzahlen, höchsten Sicherheitsanforderungen und wie kaum eine andere Branche von der Notwendigkeit, Gewicht zu sparen. Jede s reduzierte Kilogramm Gewicht spart bis zu 3 kg Co2 – und das täglich. Auch die kurzfristige Versorgung mit Ersatzeilen ist eine Herausforderung. Damit ist die Luftfahrtindustrie ideal für die Einführung von Bauteilen, welche topologisch optimiert und in 3D Druck Verfahren hergestellt werden. Seit über 10 Jahren werden Teile von konventionellem Design und konventioneller Fertigung in additiven Verfahren umgestellt. Die Ergebnisse sind eindeutig: Bauteile werden leichter, kleiner und können mehr Funktionen in sich integrieren. Trotzdem geht der Umstellungsprozess nur schrittweise voran. Das hat mehrere Ursachen und beginnt vor allem mit dem Anspruch an höchste Sicherheit. Bei bestehenden Design- und Produktionsverfahren liegen alle Qualifikationen vor, welche für die geforderte Sicherheit der Bauteile erforderlich sind. Für den 3D Druck stehen wir leider noch am Anfang und investieren sehr viel Zeit und Energie in Prozessqualifizierungen. Wir müssen sicherstellen, dass die inneren Strukturen und die Oberflächen allen Anforderungen für einen dauerhaften, sicheren Betrieb garantiert erfüllen. Parallel arbeiten wir natürlich weiter an der Optimierung der Prozesse, an neuen Materialkombinationen und Designverfahren denn wir sind sicher: 3D Druck wird für das klimaneutrale Flugzeug der Zukunft unabdingbar sein.

Volker Thum | BDLI Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V.

Volker Thum, Hauptgeschäftsführer

Volker Thum übernahm 2015 die Position des Geschäftsführers des Bundesverbands der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie. Zuvor war er 25 Jahre bei AIRBUS tätig. Er hatte verschiedene Aufgaben in den Bereichen Produktion, Finanzen und Beschaffung in Deutschland und Frankreich. Vor seinem Wechsel zum BDLI leitete er ab dem 1. Januar 2013 das AIRBUS-Werk in Bremen, nachdem er seit Ende 2008 für den AIRBUS Aero structure Procurement verantwortlich war. Seine bisherigen Aufgaben: AIRBUS General Procurement und Facility Management 2007/2008, Rumpfproduktion in Deutschland 2006/2007, AIRBUS Cost Center Controlling von 2002 bis Ende 2005.

Volker Thum freut sich mit seiner internationalen und multifunktionalen Erfahrung die Deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie als Hauptgeschäftsführer des Verbandes in Berlin zu unterstützen.

09:45 - 10:15
Kaffeepause & Besuch der Ausstellung
Session 1
10:15 - 10:45

Additive Manufacturing (AM) ist eine sich schnell entwickelnde Produktionstechnologie. Im letzten Jahrzehnt hat sie sich von einer Prototyping-Technologie zu einer industriell anerkannten Produktionstechnologie entwickelt. Mit den damit einhergehenden Veränderungen der Produktionsprozesse entstehen neue Herausforderungen. Im Gegensatz zu traditionellen Herstellungsmethoden ist es in der Additiven Fertigung aufgrund der hohen geometrischen Freiheiten nicht trivial konkrete Designregeln zu erstellen, welche Geometrien hergestellt werden können und welche nicht. Um die Herstellbarkeit von 3D-Modellen dennoch beurteilen zu können, sehen wir großes Potential in der Anwendung modernster Methoden des Maschinellen Lernens (ML). Anstatt zu versuchen, komplexe mathematische Konstruktionsregeln von Hand zu entwerfen, verwenden wir ein 3D-Convolutional Neural Network (CNN) für die Bewertung der Herstellbarkeit von 3D-Modellen. Das 3D-CNN kann von bestehenden 3D-Modellen lernen, die bereits in Bezug auf ihre Produzierbarkeit bewertet wurden, wodurch die manuelle Erstellung von Regeln umgangen werden kann.

Tobias Nickchen | Universität Paderborn

Tobias Nickchen

10:45 - 11:15

Die Additive Fertigung (AM) befindet sich an einem Wendepunkt zur Industrialisierung und Automatisierung. Aufgrund der immer kürzer werdenden Produktentstehungszeit in der Automobilindustrie steigt der Bedarf an einer flexiblen Produktion und damit einhergehend auch der Bedarf an der Herstellung größerer Stückzahlen von Prototypenbauteilen. Daher wächst das Bestreben, die AM Technologien und deren Prozesskette, die den Weg zur Serie entscheidend abkürzen, weiter zu optimieren und deren Effizienz zu steigern. Die derzeitige Identifikation von AM-Bauteilen am Ende der Gesamtprozesskette stellt einen nicht skalierbaren und kostenintensiven manuellen Vorgang dar. Die Vielfalt an Geometrien im Prototypenbereich führt zu komplexen Herausforderungen, bei denen bestehende Automatisierungslösungen nicht implementiert werden können. Das KI-basierte AM-Vision System der Fa. AM-Flow kann eine Verbesserung der Situation sein. Eine Analyse hinsichtlich Komplexität, Funktionsweise und Einsatzes soll Aufschluss über die Wirtschaftlichkeit der automatischen Identifikation von Prototypenbauteilen geben.

Philip Obst | BMW AG

Philip Obst - Kurzvita:

  • Seit 04/2021: Produktionsleitung Additive Manufacturing, Additive Manufacturing Campus BMW AG
  • 10/2018 - 03/2021: Doktorand Automatisierungsstrategien von AM Technologien Pro Motion Nachwuchsprogramm BMW AG
  • 01/2018 - 09/2018: Masterand Identification and Quantification of Process-Determining Parameters of the CLIP / DLS Technology, Additive Manufacturing Center BMW AG
  • 10/2016 - 03/2017: Research Intern, Polymer Engieering Center Madison, University of Wisconsin, USA
11:15 - 11:45

SAMPL ist eine durchgängige Sicherheitslösung für additive Fertigungsverfahren wie den 3D-Druck. Entwickelt wurde sie im Rahmen des vom BMWi geförderten Verbundprojekts SAMPL, das inzwischen erfolgreich abgeschlossen ist und derzeit in die industrielle Anwendung gebracht wird. . Die Lösung sichert den gesamten Prozess von der Erzeugung der 3D-Druckdaten über den Austausch und die Ausgabe auf speziell abgesicherten 3D-Druckern bis zur Kennzeichnung der gedruckten Bauteile mittels RFID-Chip oder anderer Methoden zur Sicherstellung der Traceability ab.

Marvin Krecht und Andreas Hoppe | Weidmüller Interface GmbH & Co. KG / SLM Solutions Group AG

Kurzvita Marvin Krecht:
2012-2016 Ausbildung zum Technischen Produktdesigner in Fachrichtung Maschinen und Anlagentechnik, Weidenmüller Interface GmbH & Co. KG
2016-2018 Technischer Produktdesigner Weidenmüller Interface GmbH & Co. KG im Bereich Device Connectors
2018-heute Technischer Produktdesigner Weidenmüller Interface GmbH & Co. KG im Bereich Smart Connectivity Competence Center mit Schwerpunkt auf Additive Manufacturing

Kurzvita Andreas Hoppe:
2004-2011 Software Entwickler (studentische Hilfskraft) bei Marcam Engineering
2011 Abschluss Studium der Information an der Universität Bremen (Diplom Informatiker)
2011-2015 Software Entwickler bei Materialise
2015-heute Software System Engineer bei SLM-Solutions Group AG

11:45 - 12:15
Mittagspause und Besuch der Ausstellung
12:15 - 15:45
Forum "Werkzeug-, Formen- & Modellbau" im gleichen Raum Christian Reichart
15:45 - 16:15

Die Praesentation stellt die Moeglichkeiten und Herausforderungen der Integration der AM-Technologie in das Boeing 777X Folding Wingtip System anhand eines Hydraulikaktuators dar.
Die Fallstudie zeigt, wie Liebherr Herausforderungen wie thermische Spannungen in der Produktion, Druckabfaelle im Betrieb, Oberflaechenbehandlung und Verschleißeoberflaechen von Titanaktuatoren begegnet.

Darüber hinaus wird ein Ausblick auf die Herausforderungen der Technologie und die Umsetzung hochintegrierter Komponenten in die Serienfertigung gegeben.

Alexander Altmann | Liebherr-Aerospace Lindenberg GmbH
16:15
Ende

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Dienstag, 22. Juni 2021

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