Höher, schneller, individueller

16.12.2010

Messe für Rapid-Technologie mit Fachforum Luftfahrt in Erfurt

In der Automobilbranche, der Medizin- und Zahntechnik und auch in der Luftfahrtindustrie steigt die Nachfrage Generativer Verfahren kontinuierlich. Gerade beim Flugzeugbau sind Teile mit geringem Eigengewicht bei gleichzeitiger Belastungsstärke und elektrischer Leitfähigkeit unentbehrlich. Die oft komplexen Strukturen dieser Bauteile oder die für ihren Einbau nötigen speziellen Montagewerkzeuge lassen sich mittels des additiven Manufacturings besonders effizient herstellen. Die Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten sowie den aktuellen Forschungs- und Entwicklungsbedarf beleuchtet das in die Messe Rapid.Tech erstmals integrierte Fachforum Luftfahrt.

Schneller intensivere und interdisziplinäre Dialoge sind das Ziel der Fachmesse für Rapid-Technologie in Erfurt. Seit 2004 bildet die Rapid.Tech die Entwicklung von der Herstellung von Prototypen bis hin zur direkten Fertigung von Endprodukten und deren Komponenten (Additive Manufacturing) ab. Der Schwerpunkt liegt auf der direkten generativen Fertigung, die von Fachleuten als das Fertigungsverfahren mit den größten Potenzialen angesehen wird. Die Erfolgsbilanz des Jahres 2010 mit über 1.100 Besuchern und Tagungsteilnehmern sowie 57 Ausstellern wollen die Veranstalter der Fachmesse auch in der achten Auflage fortsetzen. So geht es vom 24. bis 25. Mai 2011 wieder darum, möglichen Anwendern dieses wichtige Zukunftsthema mit Detail- und Brancheninformationen zu vermitteln und weiterzuentwickeln. Zum Programm der Rapid.Tech 2011 gehören neben der Anwendertagung auch der Konstrukteurstag, das 3. Fachforum „CAD/CAM und Rapid Prototyping in der Zahntechnik“, das 2. Fachforum Medizintechnik und das Fachforum zum Thema Luftfahrt.

Zukunftsmärkte im Visier


Die zweitägige Anwendertagung erlaubt einen raschen Einstieg in das Feld der additiven Herstellung von Endprodukten und liefert Fortgeschrittenen auch ein Update auf den neuesten technologischen Stand. Keynote-Speaker ist Prof. Dr.-Ing. Jürgen Gausemeier, Inhaber des Lehrstuhls für Produktentstehung am Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn. Der Diplom-Ingenieur ist darüber hinaus u.a. auch Mitglied des Wissenschaftsrats von Bund und Ländern.

Die speziellen, in die Messe integrierten Fachforen vermitteln Anwendern aus Medizin- und Zahntechnik und aus der Luftfahrt praxisnahe und branchenspezifische Informationen zu generativen Fertigungsverfahren. Der Konstrukteurstag am 25. Mai 2011 fokussiert besonders auf die Anforderungen dieser Zielgruppe an die Verfahren.

Zahntechnik im Wandel


Zahntechnikern bieten die generativen Herstellungsverfahren ein tragfähiges Geschäftsmodell. In der Kombination neuartiger Verfahren liegt die Chance, sich am Markt zu behaupten. Von der virtuellen Konzeption der Implantate über die elektronische Vernetzung der Systeme bis zu den neu entwickelten Materialien erhält die Zahntechnik Impulse für die Zukunft. Der Einsatz moderner, CAD-gestützter Konstruktionssysteme unterstützt die individuelle Patiententherapie und erlaubt dem Zahntechniker, komplexe Produkte und diversifizierte Dienstleistungen anzubieten. Der Scan des Gesichts kann zur Unterstützung kosmetischer Maßnahmen beispielsweise bei den Lippen oder den Kiefern herangezogen werden. Die medizinische Bildgebung kommt den neuen Methoden entgegen. Die Informationen der Bilddatensysteme fließen bei der Planung von Zahnersatz ein und bereiten die Herstellung besserer Implantate vor.

Künstlich gefertigte Knochen und Knorpel


Das Leistungsspektrum der generativen Verfahren für medizinische Anwendungen ist vielfältig. Von den Innovationen profitieren insbesondere Chirurgen. Sie können für künstlich hergestellte Knochen, Knorpel und Gewebe ein Material verwenden, das immer besser auf den einzelnen Patienten zugeschnitten ist. Additive Verfahren erleichtern dabei nicht nur die Operationen, sie gestalten diese Eingriffe auch effizienter aufgrund von Kosten- und Zeitersparnissen. Anhand von dreidimensionalen Datensätzen lassen sich die kritischen Stellen bereits vor dem Eingriff visualisieren. Selbst Implantate mit hoch komplexen und filigranen Strukturen können künftig individualisiert hergestellt und verwendet werden. Forscher experimentieren inzwischen sogar mit der Kombination von Additive Manufacturing und Tissue Engineering, einem Verfahren, bei dem menschliche Zellen im Labor gezüchtet werden.

Generativ denken


Die Fachmesse Rapid.Tech lädt Aussteller zu einer vielfältigen Aktionsplattform ein. Gespräche mit Fachleuten, Vorträge zu neuesten Anwendungsverfahren und die Vorstellung innovativer Maschinen vor Ort gehören dazu. Gleichzeitig findet der Nachwuchs hier ein Karrieresprungbrett. Cataracta oder Kinematics sind zwei Namen der zahlreichen Siegerarbeiten, die der STUDENT DESIGN AWARD for Rapid Manufacturing inzwischen hervorbrachte. Kreative, visionäre Gestalter nutzen damit eine Plattform, um die Möglichkeiten der Generativen Fertigungsverfahren auszuprobieren. Im Jahr 2010 beteiligten sich über 40 Studenten an dem jetzt zum fünften Mal bundesweit ausgeschriebenen und von der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT) sowie der Messe Erfurt initiierten Wettbewerb. Den Siegern winken Preisgelder von insgesamt 6.000,- Euro und die Chance, mit namhaften Designern und Konstrukteuren verschiedener Zukunftsbranchen in Kontakt zu kommen. Alle prämierten Werke werden von renommierten Firmen wie 3D Schilling GmbH, 3D Systems GmbH, Objet Geometries Ltd., CP - Centrum für Prototypenbau GmbH, RTC Rapid Technology Center Duisburg und EOS GmbH produziert.

Weitere Informationen:
www.rapidtech.de

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