Innovativ praktisch

19.05.2010

Fachmesse Rapid.Tech in Erfurt fokussierte auf Spezialanwendungen

„Über 1.100 Kongressteilnehmer und Besucher nutzen die diesjährige Fachmesse für Rapid-Technologie in Erfurt, um neueste Informationen rund um additives Manufacturing zu sammeln“, berichtet Johann Fuchsgruber, Geschäftsführer Messe Erfurt. Damit setzt die Spezialmesse die kontinuierliche Erfolgsbilanz fort. Neben den Ständen von 57 ausstellenden Unternehmen zogen die Anwendertagung sowie der Konstrukteurstag und vor allem die integrierten Kongresse „Medizintechnik“ und „Rapid Prototyping in der Zahntechnik“ zahlreiche Interessierte ins Messezentrum. Parallel lud der vom PolymerMat e.V. Kunststoffcluster Thüringen veranstaltete Mitteldeutsche Kunststofftag zur Fachdiskussion ein.

Zu den Referenten gehörten mit Prof. Dr. Hans-Florian Zeilhofer vom Universitätsspital Basel und Hans Keller von der Aesculap AG renommierte Experten im medizintechnischen Anwendungsbereich. Die theoretisch vermittelten Erkenntnisse konnten vor Ort in der Fachausstellung praktisch ergänzt werden. Neben namhaften Unternehmen der generativen Fertigungsbranche, auch speziell aus der Zahn- und Medizintechnikbranche, luden zahlreiche Fachhochschulen und Designzentren zum Austausch ein. Besonders interessant sind dabei immer wieder die mittels des additiven Manufacturings entstandenen Modelle, wie maßgenerierte Kletterschuhe, footprint personalisierte Flip-Flops oder die aus Originaldaten gefertigte Miniaturbüste der Königin Nofretete. Eine Premiere in Mitteldeutschland gelang der Fachmesse mit der Ausstellerfirma alphacam. Sie vertreibt den erst seit April 2010 erhältlichen ersten bürotauglichen HP Designjet 3D Printer. Damit könnte die Wandlung vom Spezial- hin zum Massenmarkt für generative Fertigungsverfahren gelingen. Nie zuvor war es Konstrukteuren, Entwicklern, Ingenieuren, Designern und Architekten preiswerter möglich, im Büro selbst Modelle mit einem 3D-Printer herzustellen. Damit steigt die Effizienz von Design- und Entwicklungsprozessen enorm.

An generativen Ideen mangelt es auch dem Nachwuchs nicht. Den ersten Preis des bereits zum vierten Mal ausgetragenen STUDENT DESIGN AWARD for Rapid Manufacturing sicherte sich Alexander Rempel von der Hochschule Darmstadt mit dem Objekt „Bildwechsel“. Dahinter verbirgt sich die Neuinterpretation eines Kurzzeitweckers in minimalistischer Form und bewegtem Bild. Der zweite Preis blieb in Thüringen und ging an Leonhard Oschütz von der Bauhaus-Universität Weimar. Oschütz entwickelte „Kinematics“, ein Konstruktionsspiel zum Bauen von bewegungsfähigen und interaktiven Objekten. Platz drei belegte Inga Schöneboom von der Hochschule Coburg mit einer Schwimmbrille inklusive integriertem MP3-Player. Insgesamt beteiligten sich über 40 Studenten an dem bundesweit ausgeschriebenen und von der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT) sowie der Messe Erfurt initiierten Wettbewerb. Die nächste Fachmesse und Anwendertagung für Rapid-Technologie findet vom 24. bis 25. Mai 2011 in Erfurt statt.

Weitere Informationen:
www.rapidtech.de

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