Anwender und Experten der Rapid-Technologie tagten in Erfurt

23.05.2007

Erstmals STIFT-Designpreis vergeben

Die vierte Fachmesse und Anwendertagung Rapid.Tech zieht mit 60 Ausstellern und über 700 Besuchern, darunter 250 Tagungsteilnehmer, eine positive Bilanz. „Wenn man bedenkt, dass sich bisher bundesweit nur circa 130 Unternehmen als ausschließliche Rapid-Dienstleister positionieren und lediglich 1.000 Rapid-Maschinen im Einsatz sind, dann ist die Resonanz auf unser Messeangebot hervorragend“, resümiert Johann Fuchsgruber. Dabei ist dem Vorstand der Messe Erfurt AG durchaus die Kompliziertheit des Fachthemas bewusst. Das Wissen über Generative Verfahren, mit denen sich aus Computerdaten nutzbare 3D-Bauteile und -Prototypen aus Kunststoff oder Metall herstellen lassen, ist allgemein immer noch gering. Wenngleich sich die Rapid-Technologie aus der modernen Medizintechnik, Luftfahrtindustrie oder dem Automobilbau nicht mehr wegdenken lässt. Das stellte auch Tillmann Paul von der Toyota Motorsport GmbH in seinem Eröffnungsvortrag klar. „Wir produzieren 5-6 Fahrzeuge pro Jahr und dafür sind Rapid-Manufacturing-Bauteile unverzichtbar.“ Der Trend der bereits vor zwanzig Jahren entstandenen Technologie geht hin zu immer spezialisierteren Anwendungen beispielsweise bei der Produktion von individuellen Hörgeräten und Zahnbrücken. Die Oberflächengestaltung ist ein Optimierungsbereich und die Generativen Verfahren müssen insgesamt mehr Marktvolumen gewinnen, um sich weiter durchzusetzten. Darüber sind sich die Experten einig und sehen die Rapid.Tech unter dem Anspruch: Aus der Praxis für die Praxis. „Es geht weniger um Produktpräsentationen, sondern um den Austausch zwischen Maschinenherstellern, Konstrukteuren und Anwendern“, bringt Prof. Dr. Andreas Gebhardt von der Fachhochschule Aachen die Intention der Messe auf den Punkt. Der Erfahrungsaustausch kam nicht zu kurz. Erstmals waren 26 Wirtschafts- und Wissenschaftsvertreter aus Polen und Studenten aus dem ganzen Bundengebiet sowie den Nachbarländern vor Ort. Einen Motivationsschub ganz besonderer Art erlebten die Sieger des Designwettbewerbes. Der gemeinsam mit der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT) initiierte Preis wurde gestern Abend von Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz an drei Studenten vergeben. Die generativen Siegerarbeiten – eine Designerleuchte, ein Laufschuh und eine Beinprothese – werden mit Hilfe namhafter Firmen produziert. Man darf auf die Rapid-Entwicklung von morgen und übermorgen gespannt sein. Erste Antworten liefert die nächste Rapid.Tech am 27. und 28. Mai 2008.

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