Enorme Effekte erzielen mit Additive Manufacturing (AM)

13.02.2012

Technologie und Business stehen im Blickpunkt der Rapid.Tech 2012

Zum neunten Mal treffen sich Neueinsteiger und Experten vom 8. bis zum 9. Mai auf der Erfurter Kongressmesse Rapid.Tech, um neueste Ergebnisse, Trends und Anwendungen generativer Fertigungstechnik zu diskutieren bzw. kennen zu lernen. Die Messeleitung erwartet erneut rund 1.200 Teilnehmer und 60 Aussteller. Seit 2004 hat sich die Rapid.Tech als ein führender Treffpunkt für die sich schnell in viele Branchen hinein entwickelnde Querschnittstechnologie Additive Manufacturing (AM) entwickelt. „Die Rapid.Tech verbindet effizient Theorie und Praxis sowie Technologie mit Business“, so Messegeschäftsführer Wieland Kniffka. „Als Trendsetter findet sie deutschlandweit Resonanz.“

Die Veranstaltung informiert auch 2012 horizontal und vertikal: Einerseits werden in den Fachforen Luftfahrt, Medizintechnik und Zahntechnik die Möglichkeiten des AM in ausgewählten Branchen unter die Lupe genommen. Andererseits befasst sie sich mit dem gesamten Herstellungsprozess, angefangen von Strategien, über die Konstruktion, die Werkstoffe bis hin zu Maschinen. Der Keynote-Vortrag im Kongressprogramm befasst sich mit Marktchancen und Geschäftsmodellen der Zukunftstechnologie. Um Neueinsteigern den Zugang zu erleichtern und sie mit „Insidern“ auf einen Wissensstand zu bringen, findet am Vortag der Rapid.Tech (7. Mai) mit der Pre-Session eine Überblicksveranstaltung statt: In 2 mal 2 Stunden werden die notwendigen Grundlagen der generativen Fertigungsverfahren anschaulich an Modellen und Bauteilen vermittelt.

Mit Additive Manufacturing Business-Modelle entwickeln


Der Keynote-Speaker der diesjährigen Rapid.Tech, Dr. Phil Reeves (Econolyst Ltd.), setzt mit seinem Vortrag „The business drivers to additive manufacturing – stimulating technology adoption“ gleich zu Beginn ein wichtiges Thema, das die Referenten und Besucher durch den gesamten Kongress begleiten wird. Es geht um die Analyse von „Market Pull“ und „Technology Push“ und ihre Wechselwirkungen unter dem Einfluss übergeordneter ökonomischer, sozialer und ökologischer Faktoren. Professor Dr. Andreas Gebhardt, Fachlicher Berater der Rapid.Tech: „Die Entwicklung vom Rapid Prototyping zum Additive Manufacturing ist technisch schon sehr weit gediehen. Jetzt geht es darum, die Verfahren in die Märkte zu bringen und dafür geeignete Business-Modelle zu entwickeln.“

Die tieferen Schichten des AM verstehen: Anwendertagung 2012


Die Schichtbauverfahren mit ihren unterschiedlichen Voraussetzungen, Eigenschaften und Möglichkeiten sind bekannt. Nun kommt es verstärkt darauf an, die unterschiedlichen Facetten der digitalen Reproduzierbarkeit zu erkunden und daraus Kriterien für eine marktfähige Produktion zu entwickeln. Die diesjährige Anwendertagung setzt einen großen Schwerpunkt auf die Reproduzierbarkeit als Einzelteil und die damit verbundenen hohen Anforderungen an die Prozessqualität, angefangen bei der Simulation und der Beobachtung im Prozess. Denn treten erst bei der Prüfung des fertigen Werkstückes gravierende Mängel zu Tage, entspricht dies automatisch einem Ausschuss von 100 Prozent. Der Anspruch an das Additive Manufacturing lautet also, dass auf jeder Maschine zu jedem Zeitpunkt immer ein gleich gutes Ergebnis erzielt wird. Die Anwendertagung beleuchtet unter diesem Aspekt die Qualität der Oberflächen, der Materialien sowie von Verfahren und Prozessen.

Konstrukteurstag 2012: Von der Natur abgeschaut


Nur wenn der Konstrukteur die Werkzeuge gut kennt, mit denen die Produkte hergestellt werden, kann er das jeweils optimale konstruktive Konzept entwickeln. Bei den digitalen Herstellungsprozessen generativer Verfahren ist der Konstrukteur näher denn je an den Fertigungsprozessen. Dies verlangt von ihm besondere Kenntnisse der Technologien. Außerdem bieten generative Verfahren einzigartige Freiheiten bei der Gestaltung von Bauteilen. Der Konstrukteurstag stellt in diesem Jahr bionische Ansätze in den Mittelpunkt. Professor Dr. Thomas Seul, der gemeinsam mit Professor Dr. Frank Beneke das Programm des Konstrukteurstags verantwortet, erläutert die thematische Klammer des diesjährigen Konstrukteurstages: „Wir schauen Wege und Strategien der Natur an mit dem Ziel, geeignete Konstruktionsmöglichkeiten von ihr zu übernehmen. Sie münden in technische Produkte, die mit konventionellen Verfahren nicht möglich wären.“ Der Konstrukteurstag startet am 9. Mai mit dem Referat von Prof. Dr. Bernd Hill über „Angewandte Bionik in systematischen Produktentwicklungsprozessen“. Praktische Erfahrungen damit können die Teilnehmer im gleichnamigen Workshop machen, den der Referent am Nachmittag anbietet.

Lückenlose Prozessreihe: CAD/CAM in der Zahntechnik


Dieses Fachforum der Rapid.Tech vermittelt einen wissenschaftlich fundierten und realistischen Einblick in Möglichkeiten und Vorteile generativer Verfahren „Fräsen war gestern – Rapid Manufacturing ist die Technologie der Stunde!“, so Antonius Köster, Leiter des Fachforums "CAD/CAM und Rapid Prototyping in der Zahntechnik". Die Verbreitung generativer Verfahren führt in der Zahntechnik zu neuen Geschäftsmodellen und Wertschöpfungsketten. Der Einsatz additiver Verfahren verlangt eine ausführliche Auseinandersetzung mit den Technologien und dem Zusammenspiel aus Materialien, Maschinen und Nachbearbeitung. Es geht in den Vorträgen unter anderem um Fragen wie, welche Verfahren und Maschinen für welche Betriebsgröße geeignet sind: kleines Labor, Fräszentrum oder industrielle Dimension. Außerdem: Was können die Materialien abbilden, wie sieht es mit der Genauigkeit aus und was kann in die Modelle evtl. an zusätzlicher „Intelligenz“ eingebracht werden: Da additive Fertigungsprozesse von den Materialien und den Investitionen her noch immer teurer sind als das klassische Gipsmodell, müssen beim Einsatz von AM übergeordnete Strategien und Aspekte berücksichtigt werden. Dazu gehören ein geringerer Werkzeugverschleiß, eine höhere ästhetische Qualität und verkürzte Behandlungszeiten im Zahnarztstuhl. Die Digitalisierung in der Zahntechnik bietet mittlerweile ein höchst differenziertes Spektrum an Anwendungen, vom Intraoral-Scan bis zum Digital-Druck.

AM auf dem Weg zu neuen Welten: Das Fachforum Luftfahrt 2012


„Die Produktion direkt aus dem CAD-File kann mittels Additiven Fertigungsverfahren zu Produkten führen, die nicht nur leichter sind, sie besitzen auch eine deutliche höhere Funktionalität. Im Besonderen kann die Konstruktion belastungsgerecht ausgeführt werden, so dass sich nur dort Material befindet, wo auch Kräfte wirken – ein unschlagbarer Vorteil der additiven Verfahren“, stellt Dr. Eric Klemp fest, Leiter des Fachforums Luftfahrt. Das Programm eröffnet in diesem Jahr Peter Hoffman von Boeing. In der Keynote-Session stellt er die weltweite Aerospace Business Strategie des Konzerns vor und verdeutlicht die Rolle des Additive Manufacturing in einer innovativen Branche. Die folgenden Vorträge der zweitägigen Veranstaltung präsentieren viele weitere neue Ansätze. Dr. Dieter Schwarze (SLM Solutions GmbH) erläutert neue technologische und wirtschaftliche Vorteile für die Kleinserienfertigung durch Selective Laser Melting. Dabei geht es um die Einführung einer neuen Doppelstrahltechnologie, mit der die Performance der Maschine durch Leistungssteigerung und Aufschmelzwirkung der Laser erheblich gesteigert wird.

Das für die Luftfahrtindustrie immer wichtiger werdende Thema der Qualifizierung bzw. Zertifizierung spricht Markus Oeding an (Stükerjürgen Aerospace Composites GmbH & Co. KG). In seinem Vortrag behandelt er aus praktischer Sicht die Anforderungen bei der Qualifikation von FDM-Bauteilen. Auf Basis der Auswertung bereits durchgeführter und aktueller Raumfahrtprogramme beschäftigt sich Jürgen K. von der Lippe (vdlconsult / GoSpace) mit den – zukünftigen – Möglichkeiten der Einbettung von AM in die Konzepte der Ersatzteilversorgung „auf dem Weg zum Mars“. Mit der Zukunft der additiven Fertigung beschäftigt sich auch Marina Wall (Heinz Nixdorf Institut). Auf Basis von Zukunftsszenarien werden Chancen und Risiken für den Einsatz additiver Fertigungsverfahren ermittelt, Ideen für zukünftige Produkte entwickelt und Anforderungen an das Direct Manufacturing abgeleitet.

Leben gestalten: Das Fachforum Medizintechnik 2012


„Die einmaligen Möglichkeiten, die generative Fertigungsverfahren bieten, um aus digital gewonnenen Daten absolut individuelle Implantate herstellen zu können, ist ein enormer Fortschritt, nicht nur für die Orthopädie.“, konstatiert der Leiter des Fachforums Ralf Schumacher. Aber auch die neuen gestalterischen Spielräume erlauben bisher unbekannte Merkmale von Medizinprodukten. Die Vorträge des Fachforums spiegeln den aktuellen Stand aus Forschung und Praxis wieder. Vor allem geht es um die inneren und äußeren Strukturen der Implantate: Umgang mit 3D-Schichtbildern, Rekonstruktionsmethoden, (Bio-) Materialien und deren Verarbeitung. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt befasst sich mit der Zulassung von generativ gefertigten Medizinprodukten. Die zu diesem Thema gehaltenen Vorträge erörtern, was dabei grundsätzlich zu beachten ist und welche regulatorischen Anforderungen AM-gefertigte Produkte erfüllen müssen.

Weitere Informationen, das Veranstaltungsprogramm zum Download sowie die Anmeldungsunterlagen stehen unter www.rapidtech.de bereit.


Kontakt
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