Ersatzteile auf Knopfdruck

22.05.2009

Oldtimerfans schätzen Rapid-Verfahren

Sie sind älter als 20 Jahre und echte Sammlerstücke. Oldtimer lassen Liebhaberherzen schneller schlagen, denn viele der betagten Motorklassiker zählen zu Auto-Legenden. Bundesweit geben die Oldtimer weiter Gas. Laut aktueller Statistik gehörten über eine Million der 41,3 Millionen in Deutschland zugelassenen Autos am Stichtag 1. Januar 2009 zur Generation 20plus. Mittlerweile 309.000 Autos zählen sogar zu den über 30-jährigen und damit zu den auch vom Gesetzgeber offiziell als Oldtimer anerkannten Kraftfahrzeugen. Die Summe aller hierzulande stehenden Alt-Autos liegt indessen deutlich über der Statistik, da viele Oldies in Garagen schlummern oder nur mit einem roten 07er-Kennzeichen bewegt werden, das von den örtlichen Zulassungsbehörden nicht an das Kraftfahrt-Bundesamt weitergemeldet wird. Unabhängig davon stehen alle Oldtimerfans vor dem immer gleichen Problem. Wenn Vergaser, Benzinpumpe, Hupe oder Türgriff des motorisierten Schmuckstücks fehlen oder kaputt gehen, wird die Ersatzteilbeschaffung schwierig. Musste man vor Jahren noch weltweit und mühsam auf Oldtimermessen oder im Internet nach seltenen Ersatzteilen fahnden, stellen generative Fertigungsverfahren inzwischen echte und kostengünstige Alternativen dar.
Rapid Manufacturing und Rapid Tooling ermöglichen die Unikatherstellung für jegliche Produkte und Bauteile. Gerade bei Accessoires von Oldtimern oder auch Antiquitäten können damit fehlende Komponenten ergänzt werden. Es gibt Firmen, die sich auf die Produktion seriennaher Prototypenteile und Kleinserien spezialisiert haben. Das beginnt bei der Konstruktion mit modernen 3D-CAD Systemen, wobei die CAD-Daten direkt weiterverarbeitet und in Maschinenprogramme zur Bearbeitung umgesetzt werden. Auch Fremddaten sind einlesbar und weiter zu verarbeiten. Hierbei werden dem Kunden Lösungsvorschläge unterbreitet und mit Rapid-Prototyping-Methoden in Funktionsmustern umgesetzt. Bevor jedoch Prototypen (Rapid Prototyping) oder Kleinserien (Rapid Manufacturing) aufgelegt werden können, bedarf es passender Werkzeuge. Bei dem so genannten Rapid Tooling entstehen Hilfswerkzeuge, 3D Formen und Vorrichtungen, die sich dann zum Beispiel in der modernen CNC Blechfertigung realisieren lassen. Auf diese Weise sind auch Einzelstücke für Oldtimer so detailgetreu wie möglich anzufertigen. Neben Metallen werden Kunststoffe zur Werkzeugherstellung genutzt. Per Rapid Tooling gelingt es beispielsweise, Türgriffblenden der Marke BMW 2002 wirtschaftlich herzustellen. Davon werden pro Jahr nur noch 200 Links- und Rechtssätze benötigt. Diese kleine Stückzahl könnte kein Autoteilezulieferer mittels konventioneller Produktionsstrecken günstig erzeugen. Dank Rapid Tooling wird das zu produzierende Türgriffblendenteil eingescannt, sofern keine 3D CAD-Dateien davon vorhanden sind. Anschließend entsteht auf Basis eines am Computer erstellten, analysierten und berechneten Modells ein Werkzeug, mit dessen Hilfe die Kleinserie in Produktion gehen kann.

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