Fraunhofer-Allianz Generative Fertigung: Generate the Future

25.02.2013

Auf der Rapid.Tech 2013 vom 14. bis 15. Mai wirft die Fraunhofer-Allianz Generative Fertigung einen Blick in das Jahr 2025: Sie präsentiert drei Szenarien für den Einsatz generativer Verfahren in der »Werkstatt von morgen«. Hier verschmelzen Schadensanalyse, Bauteilproduktion und Ersatzteilaustausch zu einem ökonomisch und ökologisch optimierten Gesamtkonzept. In einem vierten Szenario werden für jeden Fertigungsvorgang die Auswirkungen auf das in Zukunft wahrscheinlich zu führende CO2-Konto des Kunden gezeigt.

Szenario 1: Komplexität und Funktion

Generative Verfahren ermöglichen die Fertigung komplexer, funktionsintegrierter Bauteile. Vom vollbeweglichen Handling-Assistenten in Form eines Elefantenrüssels über den unsichtbar integrierten elektronischen RFID-Chip im Metallbauteil bis zum geometrisch hochkomplexen Wärmetauscher – der Gestaltungsvielfalt sind kaum noch Grenzen gesetzt.

Szenario 2: Reparatur statt Austausch

Generative Verfahren werden zukünftig auch die Reparatur defekter Bauteile ermöglichen. Nicht mehr funktionsfähige Teile werden – unterstützt durch statistische Schadensanalyse – automatisch erkannt, analysiert und vor Ort generativ produziert. Die visuelle Schadensanalyse sowie der Austausch am und im Fahrzeug erfolgen durch einen neuen Typ von Robotern, die selbst generativ gefertigt sind.

Szenario 3: Der Kunde als Designer

Generative Verfahren ermöglichen grundsätzlich die kundenindividuelle Produktion ausgewählter Komponenten im Sinne einer Massenindividualisierung. Zukünftig wird dem Kunden mehr und mehr Software zur Verfügung stehen, die ihn bei Gestaltung individueller Produkte unterstützt. Der Kunde kann seine Vorstellungen des Lenkrad-Designs einbringen – vom »Retro-Stil« bis zur futuristischen Variante. Das Produkt wird durch einen 3D-Scan seiner Hand ergonomisch optimiert und anschließend generativ gefertigt.

Szenario 4: CO2 - Währung der Zukunft?

Neben ökonomischen Kosten rücken auch die ökologischen Kosten zunehmend stärker ins Bewusstsein von Unternehmen und Konsumenten. Der Carbon Footprint (CO2-Äquivalente) könnte dafür zukünftig die Rolle einer »ökologische Währung« übernehmen, um Produkte, Dienstleistungen und unser individuelles Verhalten zu bewerten. Das deutsche Umweltbundesamt sieht einen jährlichen Carbon Footprint von 2,5 Tonnen als verträglich an, der heutige Wert liegt bei elf Tonnen. Die generativen Verfahren und die mit Ihnen verknüpfte dezentrale, partizipative Produktionskultur müssen daher ihren Beitrag zur Reduktion des Ressourcenverbrauchs und der Treibhausgasemissionen leisten.

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