Querschnittstechnologie gibt Impulse

27.05.2009

Fachmesse Rapid.Tech beweist generative Zukunftsfähigkeit

„Neue, kleine und preisgünstige Maschinen liegen im Bereich der generativen Fertigungsverfahren ebenso im Trend wie Materialien mit Nanoteilchenbeimischungen. Diese sorgen für höhere Festigkeiten bezüglich Wärme und Abrieb.“ Damit beschreibt Prof. Dr. Andreas Gebhardt von der Fachhochschule Aachen zwei wichtige Tendenzen einer Technologie, die sich nach zwanzig Jahren in immer mehr Wirtschaftszweigen erfolgreich durchsetzt. Von dieser Markteroberung profitierte auch die 6. Fachmesse Rapid.Tech in Erfurt. „Mit 300 Tagungsteilnehmern, 1000 Besuchern und 59 Ausstellern, darunter zehn Unternehmen aus Thüringen, verzeichnen wir das beste Ergebnis für diese kleine Kongressmesse“, bilanziert Johann Fuchsgruber, Vorstand der Messe Erfurt AG.

Intensive Gespräche und die Kombination aus Fachmesse und Fachtagungen, das schätzen die Besucher der Rapid.Tech. In Erfurt gelingt der schnelle, interdisziplinäre Einblick in die geometriefreie Fertigungswelt. Immer mehr Kleinserien und individuelle Endprodukte werden inzwischen generativ hergestellt. Im Fokus stehen nach wie vor die technische Machbarkeit und Finanzierbarkeit. Innerhalb der Zahntechnik beweist sich der generative Siegeszug, weil hier die gesamte Prozesskette geschlossen ist und somit die Infrastruktur stimmt. Ohne Straßen kann niemand etwas mit einem Auto anfangen. Ähnlich geht es den generativen Verfahren. Bei der Zahntechnik fügen sich die Prozesse lückenlos zusammen – vom Gebissabdruck beim Zahnarzt, über das Einscannen, die Datenerstellung bis hin zum Modellbau und dem Gießen und Bearbeiten des Implantates. Deshalb organisierten die Veranstalter in diesem Jahr auch einen Fachkongress speziell zum Thema Zahntechnik. Auch in der Sonderschau Medizintechnik zeigte sich die Eignung der Verfahren für individuelle, komplexe Geometrien. Schablonen für Gelenke werden bereits heute aus den Daten der Computertomografie generiert und mittels generativer Verfahren hergestellt. Auch die Premiere des Mitteldeutschen Kunststofftages, der vom Polymermat e.V. initiiert wurde, verlief erfolgreich. Im nächsten Jahr können sich die Veranstalter vorstellen, dem Thema Schmuckdesign mehr Raum zu geben. Einzelne individuelle Schmuckstücke waren bereits zu sehen. Neben dem Londoner Designer Lionel T Dean stellten auch Studenten verschiedener Hochschulen ihre Werke aus. Mit Ideen punkteten ebenso die Teilnehmer des Student Design Award for Rapid Manufacturing. Als Sieger dieses von der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT) bereits zum dritten Mal vergebenen Preises ging Peter Böckel von der Hochschule Coburg mit der Neuinterpretierung eines musikalischen Blasinstrumentes hervor. Den Sonderpreis – den BMW Group GINA Design Award – sicherten sich die Studenten der Bauhaus-Universität Weimar Max Klimke, Achim Meran und Stefan Trebbin von der Firma SXPCK mit einer Solarskulptur in Form eines Grashalms, der als Straßenleuchte dient. Die Fachwelt darf gespannt sein, welche Siegerarbeiten der Jahrgang 2010 hervorbringen wird. Die nächste Rapid.Tech findet vom 18. bis 19. Mai 2010 statt.

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