Zukunft aufbauen

14.02.2011

Rapid.Tech 2011: Messeprogramm mit Innovationskraft generativer Fertigungsverfahren

Vom 24. bis 25. Mai treffen sich bereits zum achten Mal Experten der Rapid-Technologie in Erfurt zum Austausch über neueste Trends und Möglichkeiten generativer Fertigungsverfahren. Das Veranstaltungsprogramm spiegelt die außergewöhnliche Dynamik der übergreifenden Technologie wider. Mit dem ersten Fachforum „Luftfahrt“ erweitert sich in diesem Jahr das inhaltliche Tagungsspektrum um eine weitere Branche. Rund um die Fachmesse Rapid.Tech geben die Anwendertagung, die Fachforen „CAD/CAM und Rapid Prototyping in der Zahntechnik“, „Medizintechnik“, „Luftfahrt“ und der Konstrukteurstag einen aktuellen Überblick über den Stand und die Entwicklung von der Herstellung von Prototypen und über die direkte Fertigung von Endprodukten und deren Komponenten.

Elefantenrüssel und digitale Schnarcherschiene


Der fachliche Berater der Rapid.Tech 2011, Prof. Dr. Andreas Gebhardt, freut sich besonders auf den Keynote-Speaker, den international renommierten Prof. Dr.-Ing. Jürgen Gausemeier: „Professor Gausemeier vermag wie kaum ein Zweiter das komplexe Thema in großer Tiefe aus der Perspektive der Informations- und Datentechnik, der Produktentwicklung und der Fertigungstechnik zu beleuchten. Wir erwarten mit Spannung seinen Vortrag zur strategischen Produkt- und Technologieplanung".
Ein Höhepunkt der Anwendertagung ist die Präsentation eines feinfühligen Roboterarms, gefertigt nach dem Vorbild des Elefantenrüssels. Diese Entwicklung erhielt den Deutschen Zukunftspreis 2010. Die ausgeklügelte Konstruktion des bionischen Handling-Assistenten ermöglicht filigrane und fließende Bewegungen. Die einzelnen Struktur-Elemente des flexiblen Arms sind generativ gefertigt. Deshalb ist der Kunststoff-Rüssel besonders leicht und weich. Direkt aus den Konstruktionsdaten werden die Bauteile des Hightech-Rüssels Schicht für Schicht aus feinem Polyamid-Pulver aufgebaut. „Ein Laserstrahl schmilzt gezielt an den vorgegebenen Stellen das Pulver. Das Ganze funktioniert im Grunde ähnlich wie ein Drucker, aber in drei Dimensionen“, erläutert Andrzej Grzesiak vom Fraunhofer IPA, der das Projekt im Rahmen der Anwendertagung vorstellt. Die „dritte Hand“ lässt sich überall einsetzen, wo Menschen maschinelle Unterstützung benötigen: als Erntehelfer in der Landwirtschaft, beim Verpacken von empfindlichen Waren oder in Kfz-Werkstätten, in der Rehabilitation oder im Haushalt. Auf der zweitägigen Anwendertagung werden aktuelle Entwicklungen der generativen Fertigung behandelt. Schwerpunkte bilden neue Ansätze und Materialien sowie neue Verfahren und Trends. Die Sicherung und Optimierung der Qualität im Herstellungsprozess und seine Wirtschaftlichkeit werden ebenso erörtert, wie die Kombination des Additive Manufacturing mit Abformverfahren und bestimmten Folgeprozessen.

Die Herstellung digitaler Schnarcherschienen erläutert Jörg Bressem im zahntechnischen Fachforum: „Ziel ist es, präzise auf die individuellen Gegebenheiten gefertigte Schienen herzustellen, die komfortabel und langlebig sind, und das im preislichen Rahmen konventionell produzierter Produkte.“

Sinkende Stückkosten bei der Herstellung medizinischer Implantate dank generativer Fertigung ist auch ein wichtiges Thema im Fachforum „Medizintechnik“. Es präsentiert außerdem neue Funktionen von Endoprothesen und allgemein neue Anwendungen generativer Fertigungsverfahren.

Die innovative Luft- und Raumfahrt erhält in diesem Jahr erstmals ein eigenes Forum auf der Rapid.Tech. Die Experten werden sich dort aus Sicht der Maschinenhersteller mit Veränderungen und Anwendungen befassen. In einem weiteren Themenblock kommt die Sicht der Anwender zu Wort. Praktische Beispiele, das Thema „additive Fertigungstechnologie bei Triebwerken und Strukturen“ und ein Blick voraus auf zukünftige Trends und Entwicklungen runden das Fachforum „Luftfahrt“ ab.

Die verbesserten Genauigkeiten, die optimierten Bauteil-Qualitäten und die enorm gewachsene Materialpalette machen die direkte Fertigung mittels generativer Verfahren für immer mehr Branchen interessant. Die diesjährige Rapid.Tech bildet diese Entwicklung ab und bietet sowohl „alten Hasen“ wie auch Einsteigern zahlreiche Möglichkeiten, ihre Kenntnisse und Kontakte zu erweitern. Für Nicht-Fachleute und Newcomer wird in diesem Jahr erstmals eine Pre-Session „Einführung in die Generative Fertigungstechnik“ am 23. Mai veranstaltet, um den Einstieg in das Tagungsprogramm und das Verständnis der Exponate zu erleichtern.

Der Nachwuchs erhält beim insgesamt mit 6.000 Euro dotierten 5. STUDENT DESIGN AWARD for Rapid Manufacturing die Chance, durch kreativen Umgang mit generativen Fertigungsverfahren auf sich aufmerksam zu machen. Neben dem Preisgeld lockt die Aussicht, mit renommierten Designern und Konstrukteuren verschiedenster Branchen in Kontakt zu kommen.

Das Programm der Fachmesse und Anwendertagung Rapid.Tech inklusive des Konstrukteurstages, der Fachforen und den Informationen zum STUDENT DESIGN AWARD stehen im Internet unter www.rapidtech.de zum Download zur Verfügung.

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